Ansicht Großinzemoos 


Die zur Zeit erforschte Geschichte von Großinzemoos beginnt im Jahre 779. Den Freisinger Kirchenbüchern ist zu entnehmen: "Der Edle Meginolt hat am 17.06.779 dem Bischof Aribo von Freising ein Betkirchlein in seinem freien Eigentum Inzemoos übergeben". In anderen Urkunden treten Edle von Inzemoos noch im 12. Jahrhundert auf. Auch in Urkunden des nahen Klosters Indersdorf ist der Ort häufig erwähnt. Um 1580 kommt der Ort als Hofmark zu Weilbach und 1759 dann zu Odelzhausen. Auch die niedere Gerichtsbarkeit wurde von den Hofmarksherren dieser Orte ausgeübt. 1810 wurde das Landgericht Dachau in 51 Steuerdistrikte eingeteilt, darunter war auch Großinzemoos. Um eine bestimmte Größe zu haben, wurden Großinzemoos noch die Orte Straßbach, Häusern, Riedenzhofen und Kleininzemoos zugeteilt. Bei einer weiteren Reform 1818 wurden diese Orte von Großinzemoos wieder weggenommen. Großinzemoos war dann eine eigenständige Gemeinde bis zur letzten Gebietsreform. 1972 schloss man sich freiwillig mit Röhrmoos zusammen. Anhand alter Pläne kann man feststellen, dass Großinzemoos jahrhundertelang ein Ort war, in welchem die meisten Höfe, Anwesen und Häuser entlang der Hauptstraße standen. Mit Ausnahme einiger Handwerker und Taglöhner war die Bevölkerungsstruktur früher rein landwirtschaftlich geprägt. Ab ca. 1960 setzte auch hier das "Höfe- und Anwesensterben" ein. Ackerbau betreiben 1997 nur noch einige Landwirte (z. T. mit Sonderkulturen). Milchvieh wird nur noch auf einem Anwesen gehalten. Die Nähe des Bahnhofes Röhrmoos, von welchem aus Zubringerbusse auch Großinzemoos ansteuern, dürfte der Hauptgrund für eine rege Bautätigkeit gewesen sein, welche hier von ca. 1965 - 1990 zu verzeichnen war. Die S-Bahn hat von Röhrmoos nach München nur noch eine Fahrzeit von ca. 25 Minuten. Neben der Schließung von Baulücken entstanden vor allem am südlichen Ortsrand, an der Pasenbacher Straße incl. Kramerfeld und im Bereich der Häuserner Straße viele neue Häuser. Die Hausbrunnen wurden um 1965 durch Wasser aus der zentralen Wasserversorgung Röhrmoos verdrängt (heute Alto-Gruppe). Das Abwasser wird seit ca. 1967 in Erdklärbecken gereinigt. 1888 hatte Großinzemoos 200 Einwohner, 1996 sind es 1203. 1950 hat sich die männliche Jugend mit Röhrmoos zu einem Fußballverein zusammengeschlossen. Als größere Vereine sind hier noch zu erwähnen der 1876 gegründete Veteranenverein und der 1963 wiedergegründete Schützenverein Jagabluat. Laut der mündlichen Überlieferung wurde die Großinzemooser Feuerwehr um 1913/14 zu einer fest organisierten Vereinigung. Seit Dezember 1993 existiert sie nicht mehr. Dem Wintersportverein Röhrmoos gehören auch viele Großinzemooser an.

Die ehemalige Großinzemooserin Anni Biechl wurde 1959 und 1960 deutsche Meisterin im 100-m-Lauf. Bei der Olympiade in Rom gewann sie die Silbermedaille mit der 4-x-100-m-Staffel. Die Kinder gingen von 1799 - 1879 nach Röhrmoos zur Schule, dann bekamen sie in Großinzemoos ein eigenes Schulhaus. Dieses besuchten bis 1913 auch die Sigmertshauser Kinder. Mitte der dreißiger Jahre bis 1947 mussten die Inzemooser Kinder wieder nach Röhrmoos. 1947 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Die letzte Schulreform brachte dann das endgültige Aus für die Schule Großinzemoos. Die Kinder werden jetzt mit Bussen nach Röhrmoos bzw. Hebertshausen gebracht. Das Schulhaus wurde 1989 abgerissen. Auf dem Gelände wurde bald darauf der Kindergarten errichtet. 1996 wurde an der Frauenhofener Straße der Gemeindefriedhof (Westfriedhof) eingeweiht. Die Kirche von Großinzemoos ist St. Georg geweiht. Um 1990 wurde sie innen und außen renoviert. Die Freilegung der alten Holzdecke mit der gediegenen Bemalung und die Rekonstruierung der Seitenaltaraufbauten hat dem Aussehen des Kircheninnern eine sehr positive Veränderung gebracht.

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