Ortsansicht Schönbrunn

Schönbrunn wird um 800 erstmals in den "Freisinger Traditionen"
als "Prunna" erwähnt. In den nächsten Jahrhunderten finden noch
viele urkundliche Erwähnungen statt. Vor und auch während der
Hofmarkzeit waren meist begüterte oder privilegierte Münchner
Familien im Besitz von Schönbrunn. 1675 hatte das Dörflein 6 ganze
Höfe, einen halben Hof sowie 4 Söldner und Taglöhner. Es hatten
aber auch noch mehrere Höfe aus der Umgebung ihren Zehent an die
Hofmarksherren von Schönbrunn abzuliefern. Schlimm kam es für die
ganze Gegend von Augsburg bis Freising und somit auch für
Schönbrunn im 30-jährigen Krieg. Eine Chronik berichtet: "Anno
1632 sind in Schönbrunn mehrere Personen umkumben". Die Dorfkirche
(Hl. Kreuz) wurde 1723/24 neu erbaut. Das Schlossgut kam 1802 auf
die Gant. Auch anschließend wechselten die Besitzer mehrmals. 1861
wurde es dann für 75.000 Gulden an Gräfin von Butler verkauft.
Diese sehr sozial eingestellte Frau engagierte sich für die Pflege
von Behinderten und holte zu diesem Zweck Ordensschwestern nach
Schönbrunn. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich die Struktur
Schönbrunns von den privaten Höfen und Anwesen weg immer mehr zu
den Anstaltseinrichtungen hin. Das damals überall zu beobachtende
Höfesterben brach auch über Schönbrunn herein. Ab 1857
verschwanden der Lenzbauer, der Droschl, der Karlbauer und der
Scharlbauer. Von einigen anderen Höfen blieben nur noch
"Restgütl". Der "Huberbauer" verkaufte 1893 und erwarb den "Uzhof"
in Rudelzhofen. Von den großen Höfen in Schönbrunn blieb nur noch
der "Sedlbauer" übrig. Die Felder und Wiesen sowie die Hofstellen
der aufgebenden Bauern erwarb zum Großteil die Anstalt.
Wie schon erwähnt, hat sich seit der Übernahme von Schönbrunn
durch die Gräfin Butler im Jahre 1861 und der in diesem
Zusammenhang entstandenen Ordensgemeinschaft "Kongregation der
Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung" die Anstalt Schönbrunn
primär der Betreuung behinderter Menschen gewidmet. Die Geschichte
der Anstalt war immer geprägt vom Fleiß der Schwestern und dem
umsichtigen Wirken der Direktoren. Heute (1997) ist Schönbrunn in
der Erzdiözese München und Freising die größte Einrichtung zur
Betreuung behinderter Menschen. Der Wandel in Kirche und
Gesellschaft machte auch in der Anstalt Schönbrunn
Umstrukturierungen notwendig. Das Franziskuswerk wurde geschaffen.
Die offizielle Bezeichnung lautet: "Franziskuswerk Schönbrunn
gemeinnützige GmbH für Menschen mit Behinderung". Alleinige
Gesellschafterin ist der Orden. Das Franziskuswerk Schönbrunn
stellt sich heute als eine Gesamtheit von Einrichtungen dar, die
sich die Betreuung und Pflege, Erziehung, Förderung und
Beschäftigung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit
geistiger und mehrfacher Behinderung zur Aufgabe gemacht haben. In
der Hilfe für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung
steht als oberstes Ziel: Dem behinderten Menschen zu helfen, sein
Leben zu bewältigen und ihm ein sinnvolles Leben zu ermöglichen.
Dazu bietet das Franziskuswerk Schönbrunn einen Ort zum Leben und
Wohnen, ein Förderangebot entsprechend der Behinderungsart und dem
Entwicklungsstand, schulische Bildung, sinnvolle Arbeit,
Beschäftigung und Freizeitgestaltung sowie eine optimale
pflegerische und medizinische Versorgung. Schönbrunn hat stets
nach dem Grundsatz gearbeitet: "Soviel Normalität wie möglich, und
soviel Hilfe wie nötig".


Die Blaskapelle Schönbrunn, in der Betreute, Betreuer und Bürger
der Gemeinde Röhrmoos zusammen spielen, ist ein Beispiel für
gelungene Integration. Schon seit ca. 27 Jahren verschönt diese
beliebte Kapelle Festlichkeiten im ganzen Landkreis und darüber
hinaus.
In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Gemeinden und
Landkreisen, mit Verbänden, Politikern und Behörden will das
Franziskuswerk Schönbrunn seine Erfahrungen und Vorschläge zur
Lösung der anstehenden sozialen Probleme in der Behindertenhilfe
einbringen. Nach dem Vorbild und den Idealen des heiligen Franz
von Assisi will das Franziskuswerk Schönbrunn in der Vielfalt
seiner Einrichtungen den Menschen mit einer geistigen und
mehrfachen Behinderung einen überschaubaren Lebensraum bieten; der
behinderte Mensch soll als Geschöpf Gottes fachgerecht und
zeitgemäß betreut werden.
Die Einrichtungen im einzelnen:
Schönbrunner Wohnstätten (Wohnen-Freizeit-Therapie)
Johannes-Neuhäusler-Schule (Private Schule zur individuellen
Lebensbewältigung, Heilpädagogische Tagesstätte,
Integrationskindergarten)
Schönbrunner Werkstätten (Anerkannte Werkstatt für Behinderte,
Förderstätte)
Schönbrunner Betriebe (Handwerksbetriebe, Dienstleistungsbetriebe)
Akademie Schönbrunn (Fachschule für Heilerziehungspflege,
Heilerziehungspflegehilfe und Fachschule für Altenpflege - staatl.
anerkannt, Institut für Fort- und Weiterbildung)


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