Ortsansicht Sigmertshausen

Um 860 wird in den Freisinger Kirchenbüchern der Ort
Sigmaneshusier (Sigmertshausen) erstmals erwähnt. Von 1561 - 1829
war der Ort eine Hofmark. Im 17. Jahrhundert wurde ein Schloss
errichtet. Es war relativ schlicht gebaut und diente den
Hofmarksherren als Unterkunft, wenn sie am Ort weilten. Alte Pläne
zeigen, dass sich das Schloss wenige Meter westlich der Kirche
befand (heute Obstgarten des Jagerbauern). Um 1800 wurde es
abgerissen. Zum Marienwallfahrtsort wurde Sigmertshausen ab 1719,
als der Hüterbub Thomas Hoffwürth eine Marienfigur fand und sich
bald darauf Gebetserhörungen einstellten. Die
Wallfahrerprozessionen kamen aus allen Himmelsrichtungen. Die alte
Kirche war baufällig geworden, an ihrer Stelle ließ 1755 der
damalige Hofmarksherr Ruffini eine neue Kirche erbauen, geweiht
ist sie St. Vitalis. Gebaut hat sie der bekannte Kirchen- und
Klosterbaumeister Johann Michael Fischer, zur Erinnerung trägt
heute in Sigmertshausen eine Straße seinen Namen. Um 1850 ist die
Wallfahrt erloschen, aber auch jetzt kommen noch viele Besucher,
um die "Fischerkirche" zu sehen. Kirchlich gehörte Sigmertshausen
bis 1952 zu Röhrmoos, dann wurde der Ort nach Großinzemoos
umgepfarrt. Heute bilden Röhrmoos und Großinzemoos einen
Pfarrverband. Die Schulkinder mussten von 1799 - 1879 den weiten
Weg nach Röhrmoos machen. Von 1879 - 1913 besuchten sie dann die
neuerbaute Schule in Großinzemoos und ab 1913 bekamen sie in
Sigmertshausen ein eigenes Schulhaus.
Infolge der letzten Schulreform werden die Kinder nun schon seit
mehreren Jahren mit Bussen nach Indersdorf gebracht. Das Schulhaus
wurde in den achtziger Jahren abgerissen. Auf dem ehemaligen
Schulgelände wurde 1992/93 der neue Friedhof angelegt. Die
Gebietsreform brachte für die politische Gemeinde 1978 das Ende;
man schloss sich freiwillig mit Röhrmoos und 3 weiteren Gemeinden
zur Einheitsgemeinde zusammen. Sigmertshausen wurde früher von
Röhrmoos her mit Trinkwasser versorgt (heute Alto-Gruppe). Die
Abwässer werden in der Kläranlage Niederroth geklärt.
Die örtlichen Vereine sind sehr rührig, ebenso die immer wieder
mal aktiv werdenden Maibaumdiebe. Nach dem Brand im Jahre 1988 war
Sigmertshausen 8 Jahre ohne Wirtshaus; darunter litt vor allem der
heimatlos gewordene Schützenverein. Nach jahrelangen Bemühungen
gelang es Bürgermeister Westermayr, ein geeignet erscheinendes
Gelände baureif zu machen. 1994/95 errichtete dann darauf der
Sigmertshauser Bauunternehmer Ludwig Käser mit eigenen Mitteln die
Bürgergaststätte. Der Schützenverein hat sich im Keller eine
moderne Schießanlage und ein Schützenzimmer geschaffen.
Verkehrsmäßig stehen den Sigmertshausern heute ausgebaute Straßen
nach Dachau, Niederroth und Röhrmoos zur Verfügung. Zur S-Bahn
nach Röhrmoos verkehren auch Zubringerbusse. 1888 hatte der Ort
230 Einwohner, heute sind es 599. Mehrere alte Bauernhäuser
mussten in den vergangenen Jahren Neubauten weichen. Eine
beträchtliche Zahl an neuen Häusern entstand vor allem "a da Gmoa
draus" und an der Pappelstraße. Die Zahl der Vollerwerbslandwirte
ist leider auch in Sigmertshausen stark gesunken, es sind jetzt
höchstens noch 4 oder 5. Trotz all dieser Veränderungen hat der
Ort aber seinen ländlichen Charakter bis jetzt weitgehend bewahrt.
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