Gemeinde Röhrmoos Gemeinde Röhrmoos Gemeinde Röhrmoos
Rathaus
S-Bahnhof Röhrmoos
Sigmertshauser Weiher
Pfarrheim
BILD1126
Johannes-Neuhäusler-Schule
Feuerwehr Röhrmoos
Gregor-Märkl-Grundschule Röhrmoos
Biberbach
BILD1093
Bauhof
Ortsschild
Röhrmoos
Mariabrunn
Burgkindergarten
Aussicht vom Rathaus
Riedenzhofen
BILD1173

Ortsteil

Einwohnerzahlen

  • 1888: 312
  • 1997: 2020
  • 2004: 2249
  • 2016: 2226

Der Ort Röhrmoos verdankt seine erste urkundlich belegte Erwähnung im Jahre 774 einer Mordtat. Ein anscheinend recht wohlhabender Mann namens Onolf, mit Besitz in "Roraga mussea" (Röhrmoos), Glonn und Allach hat durch "räuberische Nachstellung" seinen Sohn Keparoh verloren. Zum Seelenheil seines ermordeten Sohnes schenkt er sein eigenes Betkirchlein zu Röhrmoos und anderen Besitz der Kirche in Freising. Solche Schenkungen waren damals sehr häufig und viele Orte unserer Gegend fanden so ihre Ersterwähnung in den Freisinger Kirchenbüchern. Diese Schenkungen erfolgten aber nicht ausschließlich aus Frömmigkeit, vielmehr erhoffte man als Gegenleistung für seinen Besitz den Schutz der damals schon sehr mächtigen Kirche. Die Aussage in der Urkunde, "durch räuberische
Nachstellung umgekommen", wurde damals auch häufig verwendet, wenn jemand durch eine Sippenfehde umkam. Auch bei dem ermordeten Keparoh dürfte es sich laut einer anderen Urkunde aus dem Jahre 763 um keinen gewöhnlichen Mord, sondern um eine Sippenfehde gehandelt haben. Diese Urkunde besagt, Graf Keparoh, Großvater des später ermordeten Keparoh hat einen anderen Sippenführer durch eine unheilbare Wunde so verstümmelt, dass dieser namens Cros sein weiteres Leben nur noch in einem Kloster fristen konnte. Es ist also durchaus möglich, dass Keparoh für die Tat seines Großvaters, des Grafen Keparoh büßen musste. Nachdem Onolf in der Schenkungsurkunde von 774 auch erwähnt, dass sein Besitz z. T. das Erbgut von seinem Vater Toti und z. T. das Erbgut seiner Frau Alpswind von deren Vater, dem Grafen Keparoh war, kann man annehmen, dass dieses Geschlecht zu Röhrmoos, Allach und Glonn schon lange vor 774 ansässig war. Über die weiteren Besitzverhältnisse im Mittelalter ist z. Zt. nicht allzuviel erforscht. Was bekannt ist, wurde in den beiden Röhrmooser Heimatbüchern schon veröffentlicht. Die nachfolgenden, zum Großteil in Kurzform aufgeführten Ereignisse betreffen in erster Linie den Ort Röhrmoos. Aber auch die früher eigenständigen Gemeinden Großinzemoos, Biberbach, Schönbrunn und Sigmertshausen, welche sich 1972 bzw. 1978 mit Röhrmoos zur Einheitsgemeinde zusammengeschlossen haben, werden als frühere Nachbargemeinden gar manches Ereignis so oder so ähnlich miterlebt haben. 1424 DiePfarrei Röhrmoos wird gegründet.
1618/48 Der 30-jährige Krieg bringt Tod und Zerstörung.
1799 Der bürgerliche Kornmesser Gregor Märkl aus München, gebürtig aus dem hiesigen "Stidlhof", lässt in Röhrmoos aus eigenen Mitteln ein Schulhaus errichten. Zudem legt er eine Stiftung von 2500 Gulden an. Die 100 Gulden Zinsertrag dienen hauptsächlich zur Bezahlung des Lehrers. Das Schulhaus befindet sich ca. 30 m nordöstlich der Kirche (es steht heute noch).
1814 Laut Schulchronik besuchen die Schule im Winter 38 Buben und 22 Mädchen, im Sommer sind es weniger.
1818/19 Das Pfarrdorf Röhrmoos, welches vorher zur Gemeinde Unterweilbach gehörte, wird im Zuge der damaligen Reformen Montgelas) zur eigenständigen Gemeinde.


1824/38 Dem Lehrer Obholzer wird empfohlen, zur Aufbesserung seines spärlichen Einkommens ein "hiesiges Hebammensubjekt" zu ehelichen. Die Schule, welche auch von Kindern aus Großinzemoos und Sigmertshausen besucht wird, ist zu klein, deshalb wird 1 Stockwerk draufgebaut.
1833/72 Um sein Einkommen zu verbessern, bewirtschaftet Lehrer Leidl 24 Tagwerk Grund. Bei der Schule werden Stall und Scheune gebaut.
1863/78 Amalie Hohenester (Doktorbäuerin) ist Besitzerin von Mariabrunn.
1866/67 Die Eisenbahnlinie München - Ingolstadt wird durch Röhrmooser Gemeindegebiet gebaut. Röhrmoos wird zur Bahnstation, weil einflussreiche Leute eines Nachbarortes dies dort ablehnen. Das ganze Gebiet um den Röhrmooser Bahnhof ist unbewohnt und bewaldet, nur Kleininzemoos ist in der Nähe. Wald wird gerodet, Palmberger (heute Weinsteiger) ist der 1.Siedler, Röhrmoos Station ist geboren. Es gibt keine Unterführung, die Pferde- und Ochsenfuhrwerke fahren beim heutigen Weinsteigeranwesen über das Bahngleis.
1870/71 Röhrmooser Bürger müssen am Frankreichfeldzug teilnehmen.
1876 Die Kriegsheimkehrer gründen den Veteranenverein Großinzemoos-Röhrmoos. Im ganzen Deutschen Reich werden Standesämter eingeführt.
1879 Die Feuerwehr Röhrmoos wird gegründet. Das Schulhaus wird zu klein. Großinzemoos erhält eine eigene Schule; diese besuchen jetzt auch die Sigmertshauser Kinder.
1891 Die Bahnlinie wird zweigleisig ausgebaut, weil die Eingleisigkeit u. a. die Ursache eines großen Eisenbahnunglückes im Jahre 1889 war. Die Feldfrüchte wurden von einem Unwetter total vernichtet. Am Bahnhof werden 10000 Soldaten, Pferde und viel militärisches Gerät aus- und eingeladen. In der ganzen Gegend findet ein großes Manöver statt. Neben Persönlichkeiten des bayerischen Königshauses ist auch Kaiser Wilhelm der II. anwesend.
1895 Der Wunsch der Bevölkerung des Dachauer Hinterlandes, von Röhrmoos aus eine Bahnlinie über Indersdorf und Altomünster nach Aichach zu bauen, scheitert am Einspruch des Marktes Dachau. Begründung: Die Landbevölkerung fährt so an Dachau vorbei nach München zum Einkaufen.
1899 Prinz Regent Luitpold befürwortet, die Lokalbahn von Dachau aus nach Schwabhausen und von da aus geradlinig nach Altomünster zu bauen, also ohne Indersdorf, Streckenlänge 23 km. Infolge obiger Entscheidung will Indersdorf eine eigene Bahn von Röhrmoos aus.
1901 In Röhrmoos wird eine Eisenbahnunterführung gebaut.
1907 Nun wird der Kompromiss beschlossen, die Lokalbahn von Dachau aus über Schwabhausen mit Anbindung von Indersdorf nach Altomünster zu bauen, Streckenlänge nun 30 km.


1912 ist die Bahnlinie bis Indersdorf fertig, 1913 bis Altomünster. Aichach hat man von dieser Seite her nicht mehr angebunden. Vor der Eröffnung der Lokalbahn fuhr täglich eine Postkutsche von Röhrmoos nach Indersdorf und Altomünster.
1909 Die Schülerzahl beträgt 125, die Schu
le ist viel zu klein. Auf einem Gelände des Zinsmeisterbauern wird ca. 70 m westlich der Kirche ein neues Schulhaus gebaut. Es hat 2 Schulsäle, 1 kleines Nebenzimmer und im Anbau einige Lehrerwohnungen.1911 Laut Pfarrchronik wird der Burschenverein offiziell gegründet (heute Jugendgruppe).
1914/18 Viele Röhrmooser Männer müssen am 1. Weltkrieg teilnehmen.
1922 Die Pfarrkirche St. Johannes wird durch einen Anbau an der Westseite erweitert.
1923 Infolge hoher Reparationszahlungen in Gold an die Siegermächte und einigen anderen Ursachen setzt eine unvorstellbare Inflation ein. Höhepunkt war der Nov. 1923, 1 Semmel kostete 40.000.000.000 Mark, 1 Ei 120.000.000.000 Mark, 1 Dollar ist 4.200 Milliarden Mark.
1924 Der Schützenverein "Gemütlichkeit" wird gegründet.
1939/45 Auch in Röhrmoos müssen fast alle wehrfähigen Männer in den Krieg. Viele Gefallene und Vermisste sind zu beklagen.
1944/45 Tiefflieger- und Bombenangriffe auch auf Röhrmoos. Die feindlichen Geschwader fliegen nun auch bei Tag über Röhrmooser Gebiet auf München zu.
April 1945 Im unteren Schulraum werden Flüchtlinge untergebracht. Wegen der permanenten Fliegerangriffe und der Belegung des 2.Schulraumes mit Flüchtlingen wird der Schulbetrieb Ende April ganz eingestellt.
28./29. April 1945 Die Amerikaner nehmen in dieser Nacht Röhrmoos ohne Widerstand ein.
30. April 1945 Adolf Hitler begeht Selbstmord.
07./08. Mai 1945 Deutschland muss bedingungslos kapitulieren.
1945/46 Viele Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, Ungarn und anderen osteuropäischen Ländern treffen ein.
1945/48 Die Versorgung der Bevölkerung ist sehr schlecht. Die Reichsmark ist praktisch wertlos, die "Ami-Zigarette" wird zur Währung.
1948 In den 3 westlichen Besatzungszonen wird die Währungsreform durchgeführt. In den Geschäften wäre jetzt fast alles wieder zu haben, jetzt fehlt das Geld.
1949 Konrad Adenauer wird 73-jährig 1. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Die letzten Röhrmooser Soldaten kommen aus russischer Gefangenschaft nach Hause.
1950 Die wirtschaftliche Lage bessert sich nur langsam, aber einige Familien beginnen, sich kleine Eigenheime zu bauen. Bauplatzpreis ca. 1,-- Mark/qm, Wochenverdienst eines Ziegeleiarbeiters ca. 30,-- Mark. Die Lebensmittelkarten werden abgeschafft. Doppelfest in Röhrmoos Dorf. Am Sonntagvormittag werden die neuen Kirchenglocken geweiht (die Vorgängerinnen mussten 1942 für Kriegszwecke abgeliefert werden). Am Nachmittag wird der Sportplatz des neugegründeten Fußballvereins Röhrmoos-Großinzemoos eingeweiht. Der Sportplatz befindet sich ca. 200 m nördlich der Kirche. Vereinsheim ist das Gasthaus Hagn.
1952/55 Einige Jugendliche kaufen sich zunächst Sportfahrräder und einige Jahre später Motorräder, neidvoll sehen ihnen die anderen hinterher.


1959 Die Bahnstrecke wird elektrifiziert. Das Schulhaus wird erweitert.
Ca. 1960/93 Deutschland und somit auch Röhrmoos erleben eine über 30 Jahre andauernde Phase der Hochkonjunktur. Eine rege Bautätigkeit setzt ein. Auch die Gemeinde nutzt die Zeit; viele kommunale Einrichtungen werden geschaffen. Einige kleinere Rezessionen zwischendurch bleiben unbedeutend.
Ca. 1965 Die zentrale Wasserversorgung ist fertig.
1971/75 Das neue Sportzentrum am Sigmertshauser Wald entsteht auf einem Gelände, welches die Familie Blank aus Kleininzemoos zur Verfügung stellt. Die Mitglieder leisten dabei über 46000 freiwillige Arbeitsstunden.
1975 In Röhrmoos findet eine Dreifachfeier statt. Zuerst wird die Kläranlage ihrer Bestimmung übergeben, dann erfolgt für den Kindergarten der 1. Spatenstich und am Abend findet im Sportheim die 1200-Jahr-Feier des Ortes Röhrmoos statt.
1972/78 Im Zuge der Gebietsreform schließt sich 1972 Großinzemoos der Gemeinde Röhrmoos an, 1978 folgen Biberbach, Schönbrunn und Sigmertshausen.
1978 Die Schulturnhalle ist fertig.
1987 Der Bauhof an der Schillhofener Str. wird eingeweiht.
1989 Anstelle des alten Schulhauses wird ein neues Schulhaus gebaut.
1991/92 In Röhrmoos und Taradeau (Südfrankreich) werden die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet.
1993 Das neue Feuerwehrhaus in der Schlammerstraße wird eingeweiht.
1993/96 In Sigmertshausen, Röhrmoos und Großinzemoos legt die Gemeinde neue Friedhöfe an.
1994/97 Wegen der leeren Kassen von Bund, Ländern und Kreisen sind die Umlagen der Gemeinde gestiegen und die Zuschüsse gesunken. Auch die Steuereinnahmen sind rückläufig. Diese angespannte Finanzlage stellt nun auch mehr und mehr die Gemeinde Röhrmoos vor große Probleme. Zum Glück konnten in den vergangenen Jahren viele kommunale Einrichtungen geschaffen werden, sodass man jetzt auch eine Durststrecke (vorausgesetzt, sie wird nicht zu lange dauern) etwas leichter überstehen kann. Alle Vereine und Organisationen des ganzen Gemeidegebietes im geschichtlichen Teil aufzuführen ist unmöglich. In dieser