Gemeinde Röhrmoos Gemeinde Röhrmoos Gemeinde Röhrmoos
Rathaus
S-Bahnhof Röhrmoos
Sigmertshauser Weiher
Pfarrheim
BILD1126
Johannes-Neuhäusler-Schule
Feuerwehr Röhrmoos
Gregor-Märkl-Grundschule Röhrmoos
Biberbach
BILD1093
Bauhof
Ortsschild
Röhrmoos
Mariabrunn
Burgkindergarten
Aussicht vom Rathaus
Riedenzhofen
BILD1173

Ortsteil

Einwohnerzahlen

  • 1888: 230
  • 1997: 589
  • 2004: 652
  • 2016: 677

Um 860 wird in den Freisinger Kirchenbüchern der Ort Sigmaneshusier (Sigmertshausen) erstmals erwähnt. Von 1561 - 1829 war der Ort eine Hofmark. Im 17. Jahrhundert wurde ein Schloss errichtet. Es war relativ schlicht gebaut und diente den Hofmarksherren als Unterkunft, wenn sie am Ort weilten. Alte Pläne zeigen, dass sich das Schloss wenige Meter westlich der Kirche befand (heute Obstgarten des Jagerbauern).

Um 1800 wurde es abgerissen. Zum Marienwallfahrtsort wurde Sigmertshausen ab 1719, als der Hüterbub Thomas Hoffwürth eine Marienfigur fand und sich bald darauf Gebetserhörungen einstellten. Die Wallfahrerprozessionen kamen aus allen Himmelsrichtungen. Die alte Kirche war baufällig geworden, an ihrer Stelle ließ 1755 der
damalige Hofmarksherr Ruffini eine neue Kirche erbauen, geweiht ist sie St. Vitalis. Gebaut hat sie der bekannte Kirchen- und Klosterbaumeister Johann Michael Fischer, zur Erinnerung trägt eute in Sigmertshausen eine Straße seinen Namen. Um 1850 ist die Wallfahrt erloschen, aber auch jetzt kommen noch viele Besucher,
um die "Fischerkirche" zu sehen.

Kirchlich gehörte Sigmertshausen bis 1952 zu Röhrmoos, dann wurde der Ort nach Großinzemoos umgepfarrt. Heute bilden Röhrmoos und Großinzemoos einen Pfarrverband. Die Schulkinder mussten von 1799 - 1879 den weiten Weg nach Röhrmoos machen. Von 1879 - 1913 besuchten sie dann die neuerbaute Schule in Großinzemoos und ab 1913 bekamen sie in Sigmertshausen ein eigenes Schulhaus. Infolge der letzten Schulreform werden die Kinder nun schon seit mehreren Jahren mit Bussen nach Indersdorf gebracht. Das Schulhaus wurde in den achtziger Jahren abgerissen.

Auf dem ehemaligen Schulgelände wurde 1992/93 der neue Friedhof angelegt. Die Gebietsreform brachte für die politische Gemeinde 1978 das Ende; man schloss sich freiwillig mit Röhrmoos und 3 weiteren Gemeinden
zur Einheitsgemeinde zusammen. Sigmertshausen wurde früher von Röhrmoos her mit Trinkwasser versorgt (heute Alto-Gruppe). Die Abwässer werden in der Kläranlage Niederroth geklärt. Die örtlichen Vereine sind sehr rührig, ebenso die immer wieder mal aktiv werdenden Maibaumdiebe. Nach dem Brand im Jahre 1988 war Sigmertshausen 8 Jahre ohne Wirtshaus; darunter litt vor allem der heimatlos gewordene Schützenverein. Nach jahrelangen Bemühungen gelang es Bürgermeister Westermayr, ein geeignet erscheinendes Gelände baureif zu machen. 1994/95 errichtete dann darauf der Sigmertshauser Bauunternehmer Ludwig Käser mit eigenen Mitteln die
Bürgergaststätte. Der Schützenverein hat sich im Keller eine moderne Schießanlage und ein Schützenzimmer geschaffen.
Verkehrsmäßig stehen den Sigmertshausern heute ausgebaute Straßen nach Dachau, Niederroth und Röhrmoos zur Verfügung. Zur S-Bahn nach Röhrmoos verkehren auch Zubringerbusse. 1888 hatte der Ort 230 Einwohner, heute sind es 599. Mehrere alte Bauernhäuser mussten in den vergangenen Jahren Neubauten weichen. Eine
beträchtliche Zahl an neuen Häusern entstand vor allem "a da Gmoa draus" und an der Pappelstraße. Die Zahl der Vollerwerbslandwirte ist leider auch in Sigmertshausen stark gesunken, es sind jetzt höchstens noch 4 oder 5. Trotz all dieser Veränderungen hat der Ort aber seinen ländlichen Charakter bis jetzt weitgehend bewahrt.